Fledermausfund im Garten, was tun?

Foto: Ulla Brinkmann zum Vergrößern anklicken

 

Mit 100%iger Sicherheit lässt sich die Art anhand des Fotos nicht bestimmen. Aber nach dem was zu erkennen ist, gehen wir davon aus, dass es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um eine Fransenfledermaus (Jungtier) handelt. Sie ist eine typische Waldfledermaus, die aber auch in Dachstühlen, Hohlblocksteinen oder hinter Fensterläden Quartier bezieht.

Zur Frage, wie man sich in solch einer Situation verhält verweisen wir auf unsere Projektseite des NABU: "Was tun, wenn man eine Fledermaus findet?" Hier klicken Am Besten ist es, sich erst einmal mit uns telefonisch in Verbindung zu setzen.

Wenn man sich recht sicher ist, dass es sich um ein Jungtier handelt, das "fit" wirkt und nicht verletzt scheint, und man weiß, wo das Quartier am Haus ist, soll man erst einmal Wasser anbieten, das Tier bis zur Dunkelheit sicher "verwahren" (Karton o.ä.) und dann versuchen, es in der Nacht zurück zu vermitteln. Das funktioniert folgendermaßen: Man nehme ein größeres Behältnis (z.B. eine flache breite Schüssel oder einen niedrigen Wäschekorb), lege es mit einem Handtuch aus und setze das Jungtier rein. Es darf nicht hinausklettern können und das Muttertier muss die Möglichkeit haben, darin zu landen und das Jungtier aufzunehmen. Dieses Behältnis stellt man dann in unmittelbarer Nähe des Quartiers so auf, dass auch keine Katze oder ein anderer "Räuber" das Tier erreichen kann (z.B. Tisch o.ä.). Das Ganze soll in der Zeit geschehen, in der die (Mutter)Tiere aus dem Quartier ausfliegen, spätestens bei vollständiger Dunkelheit.

Man kann dann das "Schauspiel" aus sicherer Entfernung beobachten. Es kann aber einige Zeit dauern und das Muttertier darf sich nicht gestört fühlen.

Wenn das Behältnis "sicher" steht, kann man es auch bis zum nächsten Morgen zurücklassen - aber dann bitte früh morgens kontrollieren.

Sollte das Jungtier noch nicht abgeholt worden sein, dann erneut Wasser anbieten und bitte uns nach telefonischer Absprache (da wir beide berufstätig sind) vorbeibringen.

In dieser ganz spezifischen Situation mit dem Planschbecken sollte man die Fledermaus ganz vorsichtig "abtrocknen", da Fledermäuse kein wasserabweisendes Fell besitzen. Vorsicht bitte, damit man nicht gebissen wird. So ein Tier kann entweder vor Angst oder Schmerz beißen. Man darf nicht vergessen, dass solch ein Gebiss Chitinpanzer knackt.

Martina und Ralf Hausemann

 

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