Tierbegegnung in der Ligusterhecke

Regina Weidlich staunte nicht schlecht, als sie Mitte August in der Ligusterhecke ihres Gartens in der Nähe des Bahnhof Neckarelz eine Raupe entdeckte, die etwa 100 Millimeter lang und fingerdick war. Sie war leuchtend grün mit sieben seitlichen,  weiß-lila-farbenen Streifen und gelben Punkten.

Eine Blick ins Internet (http://www.schmetterling-raupe.de) ergab, dass es sich um die Raupe des Ligusterschwärmers (Sphinx ligustri) handelte:

Der eigentliche Kopf der Raupe besteht nur aus dem vordersten, abgeplatteten Glied der Raupe. Unterhalb des Kopfes sind die für Insekten typischen drei Beinpaare zu erkennen. In der Mitte sind vier Beinpaare, die "Raupenbeine" ausgebildet, am Ende sitzt ein weiteres Paar Raupenbeine, die Nachschieber. Am oberen Ende hat die Raupe ein charakteristisches, im Ansatz helles, dann schwarzes und glänzendes, aber völlig ungefährliches, Horn. Die ganze Raupe ähnelt einem zusammengerollten Blatt, das Horn dem dazu gehörenden Blattstiel. Kurz bevor sich die Raupe verpuppt, nimmt sie eine dunklere Färbung an. Die Raupe lebt bevorzugt auf Liguster, Flieder, Eschen und anderen Sträuchern.

Der Ligusterschwärmer, er zählt zu den Nachtfaltern, ist an Waldrändern und in größeren Waldlichtungen ebenso anzutreffen wie in offenem Gelände, Gärten und Parks. Der Falter kann eine Rumpflänge von bis zu 7 cm und eine Spannweite von etwa 12 cm erreichen und weist damit etwa die Größe einer CD auf. Er ist in der Dämmerung aktiv und fliegt duftende Blüten an. Mit schnellen Flügelschlag kann er in der Luft vor der Blüte stehend mit seinem fast körperlangen Rüssel den Nektar saugen. Er wird von Lichtquellen angelockt. Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 200 Eiern auf die Blattunterseite der Wirtspflanze, meist vereinzelt, manchmal auch in Gruppen zwei oder drei. Nach 9 bis 20 Tagen schlüpfen die Larven.

Meist im August oder September, jedoch auch schon im Juli oder noch im Oktober, gräbt sich die Raupe zur Verpuppung in lockere Erde ein und überwintert im Boden.

Der Ligusterschwärmer ist in Europa weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet reicht im Westen von Portugal und Spanien bis in den Ural und Westsibirien im Osten. Im Süden kann er in Algerien, Marokko und Tunesien, sowie im Norden der Türkei beobachtet werden. Im Norden fehlt er in Irland und Schottland, sowie in Nordskandinavien. Im Mittelmeerraum fehlt er auf Ibiza und Mallorca.

Foto und Text: Kenneth Weidlich

 

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