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2015

 

Dezember 2015

Elztal: Schlammschlacht an der Römerstraße - NABU Mosbach pflanzt 45 Bäume 

Ob die alten Römer im Bereich der im Volksmund nach ihnen benannten Gemeindeverbindungsstraße jemals eine Schlacht geschlagen haben, ist nicht überliefert. Tatsache ist aber, dass etwa 2.000 Jahre später eine echte Schlammschlacht an der Römerstraße entlang der etwa 7 km langen Strecke zwischen Neckarburken und Schefflenz stattfand: Der NABU Mosbach pflanzte nach einer regennassen Nacht bei Wind und Nieselregen 45 weitere Bäume, vorwiegend hochstämmige Obst- und Walnussbäume, aber auch zwei kapitale Eichen, in den lehmig-schlammigen Boden.

Der NABU-Vorsitzende Peter Baust freute sich, dass wieder viele Helferinnen und Helfer dem Aufruf gefolgt waren. Er bedankte sich für die wohlwollende Unterstützung durch die Bürgermeister Marco Eckl (Elztal) und Rainer Houck (Schefflenz) und besonders auch für die finanzielle Hilfe durch den Landschaftserhaltungsverband (LEV), dessen stellvertretende Geschäftsführerin Michaela Heß den Zuschuss unbürokratisch und zügig abgewickelt hatte und sogar bei den Pflanzarbeiten trotz der widrigen Umstände zufasste.

Der größte Dank gebührt aber den aufgeschlossenen Landbesitzern und Bewirtschaftern Klaus Bender, Otto Walter, Ralf Kellenberger, Walter Geier, Kurt Bangert und Norbert Reichert, ohne deren freundliche Zustimmung wohl kaum ein Baum in die Erde gekommen wäre.

Schon im Februar 2014 und 2015 wurden etliche Bäume entlang der ehemaligen badischen Chaussee gesetzt, die von Heidelberg Richtung Würzburg führte. Die NABU-Projektleiter Klaus Junker und Heinz Nickolaus: „Nach und nach kommen wir unserem Ziel näher, den historischen Alleecharakter wieder herzustellen und somit ein Landschaftsbild, das so ähnlich auch schon Goethe, der berühmteste Reisende dort, gesehen haben mag. Wichtiger für uns ist heute aber, wieder Leben in die Agrarlandschaft zu bringen, denn Bäume und Hecken fehlen vielerorts und die Artenvielfalt ist in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen. Rebhühner z.B. sieht man überhaupt nicht mehr. Wir möchten mit diesem linearen Biotopverbund eine Trendwende erreichen.“. Bei diesem Ziel fühlt sich der NABU von der Naturschutzoffensive 2020 bestärkt, die Barbara Hendricks, die für Naturschutz zuständige Bundesministerin, gerade ausgerufen hat und die an erster Stelle in der Agrarlandschaft wirken soll. Auch dem Vogel des Jahres 2016, dem Stieglitz oder Distelfink, können mehr Bäume und Hecken das Überleben bei uns erleichtern.

Die Projektleiter hatten die Aktion durch viele Gespräche, durch die Auswahl und Beschaffung der Bäume und Materialien wie Stützpfähle, Kokosschnur als Abstandhalter und natürlich „Drohdhouse“ (für Zugezogene: Drahthosen) als Verbissschutz vorbereitet, sodass die beiden Arbeitsgruppen zügig aufeinander zuarbeiten konnten. Das gärtnerische Know-how brachten Lucien Volk und Michael Reber ein.

Bericht und Foto von Peter Baust, Mosbach

Der Bericht von Peter Baust erschien am 28. 12. 2015 in der Rhein-Neckar-Zeitung   hier klicken

Eine starke Truppe: NABU-Hauptversammlung 2015

Eine positive Bilanz zogen Peter Baust und Heinz Nickolaus, die Vorsitzenden des NABU Mosbach, auf der Jahreshauptversammlung. Mit einem unterhaltsamen Bildvortrag blickten sie auf ein ereignisreiches Jahr zurück.Kurzweilig und eindrucksvoll wurden zahlreiche Biotoppflegeeinsätze, naturkundliche Exkursionen, verschiedene Artenschutzprojekte, Öffentlichkeitsarbeiten und besonders die vielen Kinderveranstaltungen präsentiert, wobei das Vesper danach natürlich bei keiner Veranstaltung fehlen durfte.

Besonders erwähnt wurde die Baumpflanzaktion „Badische Chaussee“, die nach 2014 durch die großzügige Unterstützung des Odenwaldclubs Mosbach und den großen persönlichen Einsatz von Klaus Junker und Heinz Nickolaus auch 2015 fortgesetzt werden konnte. Peter Baust verwies auf die zunehmenden Aufgaben, die mittlerweile weit über die ursprünglichen Tätigkeiten des NABU hinausgehen. So wird man sich in Zukunft verstärkt mit Themen wie dem Konflikt Windkraft kontra Artenschutz, Stellungnahmen zu behördlichen Verfahren und der landesweiten Kartierung von Amphibien und Reptilien befassen.

Da Maria Perktold-Heinrich als Leiterin der Naturschutzjugend (NAJU) nicht anwesend sein konnte, berichtete der 1.Vorsitzende vom vielseitigen Kinderprogramm und von einem Generationswechsel bei der Naturschutzjugend. Insgesamt nahmen fast 150 Kinder an den NABU-Angeboten des vergangenen Jahres teil. Für ihren langjährigen Einsatz in der Naturschutzarbeit und beim Kinderferienprogramm wurden im Sommer Fritz Ott, Eduard Keller und Kurt Ehrhard von Bürgermeister Keilbach mit der silbernen NABU-Verdienstmedaille ausgezeichnet.

Nach dem eingehenden Bericht der Kassenverantwortlichen Michaela Hackel und Angelika Jost bescheinigte Kassenprüfer Walter Vöhringer eine vorbildliche Kassenführung und empfahl eine Entlastung des Vorstandes, die von Karl Wilhelm Beichert beantragt und vom Plenum einstimmig erteilt wurde.
Bei den anschließenden Neuwahlen unter der Leitung von Peter Baust wurden die beiden Kassenwarte in ihren Ämtern bestätigt und der vakante Posten des Schriftführers wurde einstimmig mit Christiane Bernitt neu besetzt.

Der 1. Vorsitzende bedankte sich im Namen der Vorstandschaft und betonte, dass eine so starke Truppe wie der NABU Mosbach nur mit so vielen einsatzkräftigen Mitgliedern möglich sei. Ganz besonderen Dank und Anerkennung für 40-jährige Mitgliedschaft konnte die Vorstandschaft Klaus Hasselberger, Ludwig Bauer und Gerd Danneil aussprechen. Für 30-jährige Mitgliedschaft wurden Hans Happes, Jürgen Auernhammer, Sven Bernitt, Mario Dimmig und Theo F. Becker geehrt. Eva Hamberger und Jan Bernitt wurden für 20-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Aus den Artenschutzprogrammen berichtete Eduard Keller von erfreulichen Bestandszahlen bei den Wasseramseln, Fritz Ott von Rückgängen bei den Schleiereulen und stabilen Zahlen bei den Turmfalken. Heinz Nickolaus informierte über eine landesweit zwar relativ stabile Wanderfalkenpopulation, die aber im Neckar-Odenwaldkreis stark zurückgegangen ist. Dafür hat der Konkurrent Uhu hier im Kreis erfreulich zugenommen. Michael Reber, der die Amphibienwanderstrecke in Lohrbach betreut, hatte über leider zurückgehende Individuenzahlen zu berichten und sucht dringend Helfer für die jetzt anstehende Sammelsaison.

Insekt des Jahres 2015 : Silbergrüner Bläuling

Der Silbergrüne Bläuling (Polyommatus coridon syn. Lysandra coridon) wurde von einem Kuratorium angesehener Insektenkundler zum Insekt des Jahres 2015 gekürt. Der Tagfalter kommt in Deutschland vor allem im Süden vor. Auch in unserer Region kann man ihn finden – beispielsweise im zukünftigen Naturschutzgebiet Nüstenbacher Tal! Er bevorzugt Magerrasen mit hohem Blütenreichtum. Beobachten kann man den Schmetterling vor allem im Hochsommer. Unser Foto zeigt ein Weibchen und ein Männchen. Die Weibchen sind bräunlich mit kleinen Punkten. Die Flügel der Männchen sind außen silbern und werden zum Körper hin grünblau.

Foto: Martin Keiller, Mosbach

Blume des Jahres 2015 : Teufelsabbiss

Der "Gewöhnliche Teufelsabbiss" (Succisa pratensis) ist von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2015 ernannt worden. Eine Pflanze, die selten geworden ist und häufig mit der Witwenblume (Knautia) oder auch der Skabiose (Scabiosa) verwechselt wird. Der Teufelsabbiss hat jedoch im Gegensatz zu diesen beiden Pflanzen lanzettartige Blätter. Wenn man aufmerksam ist, kann man den Teufelsabbiss auf feuchten, mäßig sauren Böden auch im Mosbacher Raum noch finden.

Foto: Dieter Bäurle, Mosbach

Löffelente auf dem Mosbacher Stadtparksee  gesichtet

Die Entenschar auf dem Mosbacher Stadtparksee ist ein gewohnter Anblick, der einen Ornithologen in der Regel nicht vom Hocker reißt.  Dieser Tage haben wir einmal genauer hin geschaut, da auch dieses Gewässer im Rahmen der bundesweiten Wasservogelzählung von ehrenamtlichen Vogelkundlern abgesucht wurde. Und siehe da, unter die erwarteten Stockenten und Teichhühner hat sich ein Vogel gemogelt, der nur sehr selten im Neckar-Odenwald-Kreis zu sehen ist: eine Löffelente (vorne im Bild).

Der Erpel im Prachtkleid hat einen flaschengrünen Kopf wie die Stockenten, ist aber durch die weiße Brust, den rotbraunen Körper und den dunklen Schnabel gut von ihnen zu unterscheiden. Der Name Löffelente kommt vom löffelartig verbreiterten Schnabel, mit dem die Tiere den Schlamm nach fressbaren Kleinstlebewesen durchsieben. Der Vogel auf dem Stadtparksee lässt sich gut beobachten und wird von den anderen Enten toleriert, wenngleich er zu den Stockentenerpeln einen gewissen respektvollen Abstand hält.

Text und Foto: Peter Baust/NABU

Dieser Buchenstreckfuß (Calliteara pudibunda), den man hier noch als Raupe sehen kann, wird wohl bald als Schmetterling auferstehen, genauer gesagt als Nachtfalter aus der Unterfamilie der Trägspinner. Dieses Foto gelang Brita Heck am Ortsrand von Neunkirchen. Ihre Kamera lag dabei auf dem Boden - man schaut also von unten auf den Blattstiel, auf dem das Tier entlang”marschiert”.

UNTERER NECKAR: DER BIBER IST ZURÜCK

Der Biber ist zurück, Peter Baust, Vorsitzender des NABU Mosbach, ist da Fachmann: er konnte bestätigen, dass in der Region die Biber wieder heimisch sind - ihre Aktivitäten sind unübersehbar. 

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete darüber - hier klicken

Das Richtige für die kalten Tage

Das Richtige für sich findet der Stieglitz hier am verblühten Sonnenhut - das Foto von Dieter Bäurle veranschaulicht sehr gut, wie nützlich es ist, im Garten einfach etwas über Winter “stehen zu lassen”. Das ist Naturschutz leicht gemacht!

Foto: Dieter Bäurle, Mosbach

 

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Mosbacher NABU-Rückblicke:

Nachrichten aus dem Jahr 2014 hier klicken

Von der Kunst, dem Obstbaum die rechte Form zu geben - Von der Rückkehr der Großraubtiere - Exkursion ins Naturschutzgebiet Biedensand - Mosbacher Orchideen ganz nahe erlebt- Ein bisschen nass, aber sehr schön: Wanderung zum Roberner See - Kinderferienprogramm - Den Vogelstimmen auf der Spur

Nachrichten aus dem Jahr 2013 hier klicken

Das war Natur im Bild, ein Vortrag mit dem Naturfotografen und Diplom-Biologen Andreas Held -  Natur gesichtet: von wilden Orchideen, machtvollen Käfern und schönen Schlangen - Am Boden hockende Jungvögel sind nicht verlassen! - Endlich! Mosbach ist Haselmausgemeinde geworden - Reptil des Jahres 2013: die Schlingnatter

Nachrichten aus dem Jahr 2012 hier klicken

Was Sie schon immer über Streuobstwiesen wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten... - Tag des Geotops 2012 - Führung im Naturschutzgebiet Schreckberg - Kinderfreizeit am Klettenberg - Landschaft erhalten, neue Wege beschreiten - 25 Jahre Umweltzentrum Mosbach in der Heugasse - Was ist das Richtige, wenn ein Jungvogel aufgefunden wird - Stunde der Gartenvögel 2012 - Ehre, wem Ehre gebührt! unsere Jahreshauptversammlung 2012 - Das Wasser machts, Die Elz ist für unsere heimischen Vögel wieder ein attraktives Gewässer geworden - Insekt des Jahres 2012: Der Hirschkäfer

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Vom Lesen und vom Wandern... - 4. Klimaschutzreihe 2011: Wir MACHEN blau! - ”Schee war’s!”: Apfelernte in Billigheim - Vor der Liebe geht’s bei Herrn Igel rund - Mosbacher Tierbegegnungen - Vorbildlich: Neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere am Mosbacher Hardhof geschaffen - Dem Frühling auf der Spur

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Themen 2010: Obstbaum-Bestellaktion - Erstmals Waldbrunner Mostwochen - Schöne Ansichten von Libellen - Hirschkäfer in Diedesheim entdeckt - Kormoran ist Vogel des Jahres 2010 - Wanderung der Bergmolche -Winterliche Vogelbeobachtung

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Themen 2009: Vogelstimmenwanderung durch den Mosbacher Stadtpark, Am Boden hockende Jungvögel sind nicht verlassen!, Hirschkäferfund am Schreckberg, Naturschutz und Politik im Neckar-Odenwald-Kreis - was wollen die Parteien?, Willkommen in der Kurpfälzer Wüste!, Die Invasion der Distelfalter, Zu Hause im Neckartal: Feuersalamander, Neues Web-Portal für Vogelfreunde in Nordbaden, Über die bösen Kormorane..., Der Eisvogel - auch bei uns zu finden!, Zukunft - Klimachaos oder -wandel?

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Themen 2008: Der NABU war wieder auf dem Kürbismarkt in Mosbach präsent, Gute Apfelernte am Dürre Berg, Kinder-Naturerlebnistag auf dem Klettenberg, Generationen für den Naturschutz, Frieden schließen mit der “Gelb-schwarzen Gefahr”, Der Landkreis erwirbt Weinberg - NABU Mosbach kooperiert beim ökologischen Weinbau, ”Krötenwanderung” 2008: Amphibienaktion war erfolgreich!, Vogelstimmenwanderung in Neckargerach, Biomasse, die Sinn macht, Der Biber ist wieder da!, Klage über Radikalrodung im Trienztal, Willi Beichert mit der Landesehrennadel ausgezeichnet

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Themen 2007: Pilze auf dem Kürbismarkt, Das war unser Fotokurs Natur- und Landschaftsfotografie, Das war die Vogelstimmenwanderung in Neckargerach, Ringelnatter an der Elz gesichtet, Was bedeutet der Klimawandel für Insekten wie Hummeln und Wespen?, NABU Mosbach ist ausgezeichnet worden!, Das war die Jahreshauptversammlung 2007, Mosbachs Stillgewässer soll ein Stück ursprüngliche Natur bleiben!, Birnen-Dokumentation erinnert an Most-Tradition, Rekord-Apfel der alten Sorte „Brettacher Apfel“ geerntet

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Themen 2006: Kinderprogramm 2006, Klimawandel, Waldschutz in Baden-Württemberg, Pilzwanderung, Fotowettbewerb “Kulturlandschaft im Bild”, Atomausstieg selber machen, Begegnung in der Ligusterhecke, Luchse im Odenwald, Fledermausfund, was tun?, Wespenspinnen auch in Mosbach, Grünspecht bei der Arbeit, Ergebnisse der Amphibienaktion 2006, Stunde der Gartenvögel: Ein Bericht über unsere Vogelexkursionen, Stunde der Gartenvögel: Vogelporträts, Stunde der Gartenvögel: unsere Veranstaltungen

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Themen 2005: Dem Igel geht’s draußen besser, Förderung des Streuobstbaus in Lohrbach, Kleiber - Vogel des Jahres 2006, Auch Vögel leiden unter  Hitze und Trockenheit, Neues vom Giftmörder, Drama am Meisenkasten, Rotmilan mit E-605 vergiftet 

 

 

 

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