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2018

September 2018

Vögel mit Verdacht auf Usutu-Virus melden!

Virus breitet sich in Deutschland weiter aus, erste Meldungen im Raum aus Haßmersheim und Nüstenbach

 

Das tropische Usutu-Virus verursacht auch in diesem Sommer ein Vogelsterben, das vor allem Amseln trifft. In Baden-Württemberg zirkuliert das Virus seit 2010, seitdem tritt es jedes Jahr in unterschiedlicher Intensität auf. „Um die Entwicklung des Virus besser einschätzen zu können, ist der NABU auf die Mithilfe der Bevölkerung auch im Raum Mosbach angewiesen“, sagt Peter Baust vom NABU Mosbach. Unter www.nabu.de/usutu-melden können Beobachtungen toter Vögel gemeldet werden. Dort gibt es auch eine Anleitung zum Verschicken toter Tiere an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg oder Veterinär-Untersuchungsämter. „Dabei gibt es einiges zu beachten. Neben Fundort, -datum und -umständen sollte der Finder oder die Finderin die Symptome benennen und gerne ein Foto anfügen. Das Tier sollte gut gekühlt und zügig sicher verschickt werden. Bitte die Tiere nicht ohne Handschuhe anfassen“, rät Peter Baust, Vogelkundler des NABU.

Bislang wurden 2018 bundesweit bereits 1.500 Usutu-Verdachtsfälle an den NABU gemeldet, knapp zwei Drittel davon alleine im August und laufenden September. In Baden-Württemberg ist die Situation noch nicht so dramatisch wie in anderen Regionen: In diesem Jahr wurden knapp hundert Verdachtsfälle gezählt, was unter dem Bundesdurchschnitt liegt. „Im Moment häufen sich allerdings die Meldungen hier bei uns“, berichtet Peter Baust, „wir haben Meldungen aus Haßmersheim und aus Nüstenbach über tote und kranke Amseln“. Bundesweit wurde der Usutu-Virus bisher in 43 infizierten Vogelkadavern nachgewiesen, davon stammen vier bestätigte Fälle aus Baden-Württemberg. Diese Zahlen können noch steigen, da noch nicht alle eingesendeten Vögel untersucht sind

„Die Viren werden ausschließlich von infizierten Stechmücken übertragen, kranke und tote Vögel sind nicht ansteckend für andere Vögel, Haustiere oder Menschen“, sagt Baust. Der warme Sommer dieses Jahres dürfte die Ausbreitung des ursprünglich tropischen Virus begünstigt haben. Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Waren in den ersten Jahren lediglich wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen, konnte seit 2016 eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden und in Richtung Bayern sowie ein Ausbruch im Raum Leipzig und Berlin festgestellt werden. In diesem Jahr sind vor allem die Regionen um Nürnberg, Bremen und Hamburg neu betroffen.

Text: Peter Baust

 

Die unten abgebildeten Fotos zeigen an Usutu erkrankte Amseln.

Zum Vergrößern die Fotos anklicken

(Fotos: M. Beusch)

 

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